VDL Express, City-Post, PostModern: 25 Jahre private Briefdienste und ihre Stempel

Zwei Mal in der deutschen Geschichte durfte jemand anderes als der Staat Briefe befördern – und beide Male ging es in Sachsen besonders lebhaft zu. Die erste Welle begann 1886 und endete abrupt am 1. April 1900. Die zweite begann 1998, und im Erzgebirge, im Vogtland und im Chemnitzer Raum wurde sie von einem Zeitungsverlag getragen, dessen Zusteller ohnehin jeden Morgen unterwegs waren. Wer die Stempel dieser Jahre sammelt, hält Belege einer Wirtschaftsgeschichte in der Hand, die in keinem Schulbuch steht.

Dieser Beitrag ordnet das Material ein: Warum es überhaupt private Briefdienste geben durfte, warum sie wieder verschwanden, weshalb zwischen 2000 und 2010 in fast jeder westsächsischen Kreisstadt eine eigene dreistellige Niederlassungsnummer im Stempel stand – und was aus alldem geworden ist.

Firmenlogo VDL Express
Das Signet der Vertriebsdienstleistungen Express GmbH, dem Briefdienst der Freien Presse in Westsachsen.

Boten, Bergwerke, Postmeilensäulen

Erste Spuren eines Postwesens finden sich in Sachsen gegen Ende des 15. Jahrhunderts. Es war zunächst ein rein behördliches Botensystem, zu dem die Öffentlichkeit keinen Zugang hatte; daneben unterhielt Leipzig als Messestadt eigene Botenverbindungen nach Augsburg, Nürnberg, Braunschweig, Dresden, Magdeburg, Hamburg, Prag und Wien. Für das Erzgebirge kam ein zweiter Antrieb hinzu: Der Bergbau brauchte schnelle, verlässliche Nachrichten zwischen Gruben, Hütten, Münzstätten und der landesherrlichen Verwaltung in Dresden und Freiberg.

Mit dem Ausbau der Postkurse wuchs der Ordnungsbedarf. Ein Edikt vom 24. Februar 1693 schuf die Grundlage für eine sächsische Oberpostbehörde. Am 19. September 1721 befahl der Kurfürst, an allen Land- und Poststraßen steinerne Meilensäulen zu setzen und vor den Stadttoren Distanzsäulen zu errichten – die kursächsischen Postmeilensäulen, deren Entfernungsangaben zugleich die Berechnungsgrundlage für das Porto lieferten. 1722 wurde dafür die kursächsische Postmeile festgelegt: 2000 Ruten, zwei Wegstunden, rund 9,06 Kilometer. Sie galt bis 1840; die neue Meile maß dann 7500 Meter, und zwischen 1859 und 1865 entstand mit den königlich-sächsischen Meilensteinen ein zweites Leitsystem, das im Erzgebirge entlang der Kammstraße bis heute in Resten steht.

Das Königreich Sachsen betrieb sein Postwesen lange in eigener Regie: 1850 trat es dem Deutschen Postverein bei und gab am 1. Juli desselben Jahres mit dem „Sachsendreier“ sein erstes Postwertzeichen heraus. 1865 zählte das sächsische Postgebiet 232 Postämter und Expeditionen, vier fahrende Eisenbahn-Postämter und drei Briefsammlungen. Zum 1. Januar 1868 ging diese gut ausgebaute Verwaltung in der Norddeutschen Bundespost auf – der Anfang vom Ende regionaler Eigenständigkeit im Postwesen.

Die erste Privatpost-Welle 1886 bis 1900

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Das Reichspostgesetz ließ eine Lücke: Dem staatlichen Postzwang unterlagen verschlossene Briefe von Ort zu Ort. Offene Sendungen und der Ortsverkehr – also alles, was innerhalb derselben Stadt blieb – waren frei. Genau dort setzten ab 1886 die privaten Stadtpostanstalten an. Sie stellten mehrmals täglich zu, unterhielten eigene Briefkästen, gaben eigene Briefmarken und Ganzsachen heraus und unterboten die Reichspost deutlich. Zwischen 1886 und 1900 gab es in rund 170 deutschen Städten mehr als 250 solcher Anstalten.

Sachsen war gut vertreten. In Dresden arbeitete die Privatpost „Hansa“, von der unter anderem eine Sonderkarte zum Sedanstag von 1890 überliefert ist; in Chemnitz bestand die Anstalt „Briefbeförderung Hammonia“, deren Geschichte in der postgeschichtlichen Fachliteratur eigens aufgearbeitet wurde. Leipzig, Plauen und Zwickau als Industrie- und Handelsstädte gehörten ebenfalls zum Wirkungsraum dieser Unternehmen.

Das Ende kam per Gesetz: Die Postgesetznovelle vom 20. Dezember 1899 untersagte alle gewerbsmäßig betriebenen Privatpostanstalten zum 1. April 1900 und dehnte den Postzwang auf verschlossene Ortsbriefe aus. Den 84 zu diesem Zeitpunkt noch bestehenden Unternehmen wurde eine Entschädigung „für tatsächlichen Verlust und entgangenen Gewinn“ gezahlt; insgesamt kostete das neu geschaffene Monopol das Reich rund 8,2 Millionen Goldmark.

Neunzig Jahre Staatspost

Was danach kam, ist rasch erzählt, weil es privatwirtschaftlich nichts zu erzählen gibt. Reichspost, Deutsche Post der DDR, Deutsche Bundespost – die Briefbeförderung blieb hoheitliche Aufgabe. Erhalten blieb allerdings die kleinteilige Organisation: Die Bezirksdirektion Karl-Marx-Stadt führte ab 1971 die Post- und Fernmeldeämter Annaberg-Buchholz, Aue, Auerbach im Vogtland, Freiberg, Plauen, Rochlitz und Zwickau sowie die Hauptpostämter der Bezirksstadt. Es ist bemerkenswert, wie genau dieses Netz jenen Orten entspricht, in denen dreißig Jahre später die privaten Briefdienste ihre Niederlassungen einrichteten. Die Geografie der Zustellung folgt eben nicht der Politik, sondern den Tälern, Straßen und Kreisstädten.

Nach 1990 wurde die Deutsche Bundespost in mehreren Schritten umgebaut; mit der zweiten Postreform entstand 1995 die Deutsche Post AG. Parallel bauten die Zeitungsverlage in Ostdeutschland eigene Zustellorganisationen auf – zunächst nur für die eigene Auflage. Für den Chemnitzer Verlag mit seiner „Freien Presse“ war das die Keimzelle der späteren VDL Sachsen.

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Aufdruck Zugestellt durch Freie Presse
Die Herkunft steht auf der Sendung: „Zugestellt durch Freie Presse – Die Tageszeitung“, 77 × 28 mm, nachgewiesen am 7. April 2000 bei der Niederlassung Chemnitz-West.

1998: die zweite Öffnung und ihre Tücken

Zum 1. Januar 1998 trat ein neues Postgesetz in Kraft. Es beendete das Monopol nicht, sondern portionierte es: Die Deutsche Post AG behielt eine befristete Exklusivlizenz für leichte Briefsendungen – zunächst bis 200 Gramm, später abgesenkt auf 100 und schließlich 50 Gramm. Zugleich konnte jedes Unternehmen bei der Regulierungsbehörde, der späteren Bundesnetzagentur, eine Lizenz zur gewerbsmäßigen Beförderung von Briefsendungen beantragen.

Der Haken steckte im Detail, und er erklärt fast alles, was Sammler auf den Belegen dieser Jahre sehen. Wer innerhalb des Monopolbereichs befördern wollte, musste eine höherwertige Dienstleistung erbringen: Abholung beim Absender, Zustellung noch am selben Tag oder ähnliche Zusatzleistungen. Das machte die private Zustellung aufwendiger als den schlichten Briefkasteneinwurf und zwang die neuen Anbieter in das Geschäftskundengeschäft. Deshalb tragen die frühen Belege der sächsischen Briefdienste fast immer einen Absenderstempel: Er dokumentierte, dass die Sendung beim Kunden abgeholt worden war. Erst mit dem Fall des Monopols zum 1. Januar 2008 entfiel diese Pflicht.

Ein Briefdienst muss jeden Haushalt erreichen können. Wer bereits sechsmal pro Woche eine Tageszeitung austrägt, hat dieses Netz schon – Zusteller, Bezirke, Fahrzeuge, Frühschichten. Die Briefzustellung war für die Verlage deshalb kein neues Geschäft, sondern die zweite Auslastung einer bestehenden Infrastruktur. In Sachsen entstanden daraus zwei Systeme: im Osten die MEDIA Logistik GmbH des Dresdner Druck- und Verlagshauses, die seit 1999 unter der Marke PostModern auftritt, im Westen die VDL Sachsen des Chemnitzer Verlags, die zum 1. Januar 2000 startete.

Die ersten Wochen: Kastenstempel und Zeilenstempel

Dass der 1. Januar 2000 als Startdatum stimmt, lässt sich am Stempelmaterial ablesen: Die frühesten bekannten Abschläge stammen aus den ersten Januartagen 2000 – 5. Januar in Chemnitz-Mitte, 6. Januar in Chemnitz-Ost, 15. Januar in Burgstädt, 17. und 18. Februar dann aus einem knappen Dutzend weiterer Niederlassungen. Die Postgeschichte datiert den Start des Briefdienstes präziser als jede Firmenchronik.

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Die Stempel der Anfangszeit waren Behelfslösungen aus dem Bürobedarf: rechteckige Kastenstempel mit Firmenanschrift und eingesetztem Datum, mancherorts fünfzeilige Zeilenstempel mit separatem Datumsstempel daneben. Sie sind meist nur wenige Wochen nachweisbar und deshalb heute die gesuchtesten Stücke des Gebiets.

Kastenstempel Chemnitz-West
Chemnitz-West, 66 × 45 mm, 17.02.2000
Kastenstempel Chemnitz-Mitte
Chemnitz-Mitte, 66 × 45 mm, 21.01.–30.03.2000
Kastenstempel Stollberg
Stollberg, 66 × 45 mm, 20.01.–13.03.2000
Kastenstempel Annaberg-Buchholz
Annaberg-Buchholz, 58 × 37 mm, 18.02.2000
Kastenstempel Schwarzenberg
Schwarzenberg, 58 × 37 mm, 21.02.2000
Kastenstempel Zschopau
Zschopau, 58 × 37 mm, 17.02.2000
Kastenstempel Chemnitz-Nord/Ost
Chemnitz-Nord/Ost, 58,5 × 38 mm, 18.02.2000–26.02.2002
Kastenstempel Oelsnitz
Oelsnitz im Vogtland, 59 × 38 mm, 17.02.2000
Kastenstempel Plauen
Plauen, 55 × 35 mm, 23.02.2000
Kastenstempel Zwickau-West
Zwickau-West, 56,5 × 35,5 mm, 28.09.2000
Ovalstempel Zwickau-West
Zwickau-West, Ovalstempel 47 × 31,5 mm, 18.–24.02.2000
Kastenstempel Zwickau-Nord
Zwickau-Nord, 48 × 27 mm, 18.02.2000
Kastenstempel Zwickau-Nord aptiert
Zwickau-Nord, aptiert (Telefon und Fax geändert), 26.02.2002
Kastenstempel Werdau
Werdau-Crimmitschau, 46 × 31 mm, 19.02.2000
Kastenstempel Glauchau
Glauchau, 46 × 31 mm, 17.02.2000
Kastenstempel Mittweida
Mittweida, 48 × 27 mm, 05.–17.02.2000
Kastenstempel Reichenbach
Reichenbach, 43 × 27,5 mm, 21.09.2000–01.10.2002
Kastenstempel Freiberg
Freiberg, 29.01.2000–28.02.2002
Kastenstempel Burgstädt
Burgstädt, 43 × 28,5 mm, blau, 15.01.–30.03.2000
Kastenstempel Hohenstein-Ernstthal
Hohenstein-Ernstthal, 43 × 28 mm, 17.02.2000
Kastenstempel Falkenstein
Falkenstein/Klingenthal, 46 × 27,5 mm, 17.02.2000
Zeilenstempel Aue
Aue, fünfzeilig, 52 × 23 mm, 21.02.2000
Zweiter Zeilenstempel Aue
Aue, zweite Form, 44 × 29 mm, 18.12.2000
Zeilenstempel Marienberg
Marienberg, 45 × 18 mm, 17.02.2000
Datumstempel Marienberg
Der zugehörige separate Datumsstempel aus Marienberg
Absenderstempel Chemnitz-Mitte
Chemnitz-Mitte, 55 × 20,5 mm, diente auch zur Beförderung, 05.01.2000–18.06.2002
Kleiner Absenderstempel Chemnitz-Mitte
Chemnitz-Mitte, 43 × 26,5 mm, 08.04.–13.07.2002
Absenderstempel Chemnitz-Nord/Ost
Chemnitz-Nord/Ost, 55 × 25 mm, 06.01.2000
Absenderstempel Chemnitz-West
Chemnitz-West, 43 × 20,5 mm, ohne Datumsangabe auf den Belegen
Absenderstempel Falkenstein
Falkenstein/Klingenthal, 35 × 17 mm, 17.02.2000

Die runden Stempel mit zweistelliger Betriebsnummer

Ab Frühjahr 2000 lösten runde Tagesstempel die Kästen ab – mit 29 bis 40 mm Durchmesser und einer zweistelligen Betriebsnummer. Sie sind bis in den Herbst 2002 in Gebrauch und zeigen bereits die ganze Vielfalt späterer Jahre: mit und ohne Telefonsymbol, mit breiter oder schmaler Rufnummer, gelegentlich in Blau statt Schwarz.

Rundstempel 00 Chemnitz
Chemnitz 00, 30 mm, 28.04.–24.05.2000
Rundstempel 00 mit Rufnummer
Chemnitz 00, 30 mm schwarz, 17.04.2000–01.06.2001
Rundstempel 00 mit Telefonsymbol
Chemnitz 00, mit Telefonsymbol, 15.06.2001–17.08.2002
Rundstempel 00 altes Datum
Chemnitz 00, altes Datum, ohne Telefonsymbol, 07.06.2001
Rundstempel 00 neues Datum
Chemnitz 00, neues Datum, 19.03.–14.09.2002
Rundstempel 04 Chemnitz-Mitte
Chemnitz-Mitte 04, 30 mm, 05.05.2000–09.08.2002
Rundstempel 05 Chemnitz-Nord/Ost
Chemnitz-Nord/Ost 05, altes Datum, 11.03.2000–26.02.2002
Rundstempel 05 neues Datum
Chemnitz-Nord/Ost 05, neues Datum, 11.03.–07.12.2002
Rundstempel 06 Chemnitz-West
Chemnitz-West 06, 30 mm, 05.05.2000–07.06.2002
Rundstempel 06 in Blau
Chemnitz-West 06 in Blau, 10.01.2002
Rundstempel 03 Burgstädt
Burgstädt 03, 30 mm, 30.05.2000–02.10.2002
Rundstempel 01 Annaberg
Annaberg-Buchholz 01, Bindestrich in der Rufnummer, 38 mm, 15.12.2000
Rundstempel 01 mit Schrägstrich
Annaberg-Buchholz 01, Schrägstrich in der Rufnummer, 32 mm, 2002
Rundstempel 02 Aue
Aue 02, breite Rufnummer, 35,5 mm, 28.04.–14.12.2000
Rundstempel 02 mit Fehldatum
Aue 02 mit Fehldatum: 08.04.1999 statt 2000
Rundstempel 02 ausgebrochen
Aue 02, unten ausgebrochen, 05.05.2001
Rundstempel 02 Rudolf-Breitscheid-Straße
Aue 02, neue Anschrift, 35,5 mm, 06.03.–07.09.2002
Rundstempel 08 Brand-Erbisdorf
Flöha/Brand-Erbisdorf 08, 30 mm, 18.12.2000–18.05.2002
Rundstempel 08 in Blau
Flöha/Brand-Erbisdorf 08 in Blau, 2001
Rundstempel 08 verzerrt
Flöha/Brand-Erbisdorf 08, verzerrter Abschlag, 2001–2002
Rundstempel 09 Freiberg
Freiberg 09, ohne Telefonsymbol, 31.08.2000–31.01.2002
Rundstempel 09 blau
Freiberg 09 in Blau, 13.01.–28.02.2002
Rundstempel 09 mit Telefonsymbol
Freiberg 09, mit Telefonsymbol, 20.07.2001–11.09.2002
Rundstempel 09 blau mit Telefonsymbol
Freiberg 09, blau mit Telefonsymbol, 31.01.2002
Rundstempel 10 Glauchau
Glauchau 10, 34,5 mm, 14.12.2000–27.02.2002
Rundstempel 10 klein
Glauchau 10, mit Telefonsymbol, 30 mm, 2001–2002
Rundstempel 10 ohne Telefonsymbol
Glauchau 10, ohne Telefonsymbol, 14.06.–07.09.2002
Rundstempel 11 Hohenstein-Ernstthal
Hohenstein-Ernstthal 11, 35 mm, 08.01.2000–26.05.2001
Rundstempel 11 blau
Hohenstein-Ernstthal 11 in Blau, 04.12.2000
Rundstempel 11 flache Rufnummer
Hohenstein-Ernstthal 11, flache Rufnummer, 29 mm, 2001–2002
Rundstempel 11 hohe Rufnummer
Hohenstein-Ernstthal 11, hohe Rufnummer, 22.04.2000–19.12.2002
Rundstempel 12 Marienberg
Marienberg 12, kleine Rufnummer, 29 mm, 2001–2002
Rundstempel 12 große Rufnummer
Marienberg 12, große Rufnummer, 17.08.–21.12.2000
Rundstempel 13 Mittweida
Mittweida 13, 30 mm, 26.10.2001–12.07.2002
Rundstempel 13 Rochlitzer Straße
Mittweida 13, ältere Anschrift, 26.06.2000–15.08.2001
Rundstempel 14 Oelsnitz
Oelsnitz/Klingenthal 14, 30 mm, 17.06.2000–28.02.2002
Rundstempel 14 blau
Oelsnitz/Klingenthal 14 in Blau, 07.09.2000
Rundstempel 15 Plauen
Plauen 15, 30 mm – Abschlag mit Fehldatum 27.12.2011 statt 2001
Rundstempel 15 Plauen 2001
Plauen 15, 30 mm, 02.04.–22.12.2001
Rundstempel 16 Reichenbach
Reichenbach 16, 30 mm, 07.08.2000–27.04.2002
Rundstempel 17 Schwarzenberg
Schwarzenberg 17, 33 mm, 24.06.2000–20.09.2002
Rundstempel 18 Stollberg
Stollberg 18, 30 mm, 28.04.2000–09.10.2002
Rundstempel 18 neues Datum
Stollberg 18, neues Datum, 30.05.–04.10.2002
Rundstempel 18 rot
Stollberg 18, Infopost rot, altes Datum, 10.10.2002
Rundstempel 18 rot neues Datum
Stollberg 18, Infopost rot, neues Datum, 12.10.2002–07.03.2003
Rundstempel 19 Werdau alt
Werdau-Crimmitschau 19, ältere Form, 21.02.–09.06.2001
Rundstempel 19 Werdau neu
Werdau-Crimmitschau 19, 29 mm, 04.07.2001–08.08.2002
Rundstempel 20 Zschopau
Zschopau 20, 33 mm, 16.02.–05.06.2002
Rundstempel 20 Zschopau ältere Anschrift
Zschopau 20, ältere Anschrift, 10.02.2001
Rundstempel 21 Zwickau-Nord
Zwickau-Nord 21, 30 mm, 08.06.2000–26.04.2002
Rundstempel Zwickau-Nord Heinrich-Heine-Straße
Zwickau-Nord, neue Anschrift, 30 mm, 19.07.–11.10.2002
Rundstempel 22 Zwickau-West
Zwickau-West 22, 30 mm, 28.09.2000–25.05.2002
Rundstempel 404 alte Form
Zwickau-West, Übergangsform mit 404, 30 mm, 10.08.–05.09.2002
Rundstempel 07 Falkenstein
Falkenstein/Klingenthal 07, 29 mm, 12.02.2002
Rundstempel 431 Oelsnitz
Oelsnitz/Klingenthal 431, 29 mm, 12.07.2002–08.04.2003

Ab 2002: die dreistelligen Kennziffern

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Im Spätsommer 2002 stellte das Unternehmen auf ein einheitliches System um: runde Tagesstempel von 31 mm Durchmesser mit dreistelliger Niederlassungsnummer, von 100 in Chemnitz bis 471 in Werdau. Diese Nummern sind das Rückgrat jeder Sammlung. Schwarz stand für den Briefdienst, Rot für Infopost – eine Unterscheidung, die sich über alle Generationen hielt und die Sammlung jedes Ortes automatisch verdoppelt.

100 Chemnitz

Stempel 100 Chemnitz
31 mm, 10.09.2002–12.06.2007
Stempel 100 Infopost
Infopost, 31 mm rot, 20.09.2002–22.09.2006
Stempel 100 Infopost Fehldatum
Infopost rot mit Fehldatum: 15.10.2004 statt 2003
Stempel 100 Fehldatum 2014
Fehldatum 07.02.2014 statt 2003
Stempel 100 Fehldatum April 2014
Fehldatum 09.–10.04.2014 statt 2003
Stempel 100 Fehldatum August 2014
Fehldatum 08.08.2014 statt 2003
Stempel 100 Fehldatum 2016
Fehldatum 28.10.2016, vermutlich statt 2007
Stempel 00 Fehldatum 2012
Fehldatum 08.08.2012 statt 2002
Absenderstempel Chemnitz blau
Absenderstempel, 40 × 26 mm, blau
Absenderstempel ohne E-Mail
Absenderstempel ohne E-Mail-Adresse, 50 × 19 mm, 14.06.2002–31.01.2003
Absenderstempel mit E-Mail
Absenderstempel mit E-Mail-Adresse, 57 × 21,5 mm, 08.04.2003–25.05.2004
Absenderstempel Kennzahl 2
Absenderstempel Winklhoferstraße, 67 × 28 mm, Kennzahl 2, 04.06.2009
Absenderstempel Kennzahl 3
Kennzahl 3, 19.12.2008–31.08.2009
Absenderstempel Kennzahl 6
Kennzahl 6, 19.12.2008
Absenderstempel Kennzahl 8
Kennzahl 8, 11.01.2008
Absenderstempel Briefdienst Limbacher Straße
Geschäftsbereich Briefdienst, Limbacher Straße 193, 67 × 28 mm, 2009
Absenderstempel Postdienst Limbacher Straße
Geschäftsbereich Postdienst, 68 × 29 mm, 06.11.–18.12.2009

102 Chemnitz-Mitte und 103 Chemnitz-Nord/Ost

Stempel 102
102, 31 mm, 26.09.2002–13.09.2006
Stempel 102 rot
102, Infopost rot, 19.09.2002
Stempel 103
103, 31 mm, 11.03.2002–19.06.2006
Stempel 103 rot
103, Infopost rot, 11.03.2002
Absenderstempel Chemnitz-Mitte
Absenderstempel 102, 57 × 19 mm, 29.08.2002–21.07.2007
Absenderstempel Am Erlenwald
102, Am Erlenwald 23, 56,5 × 19 mm, 02.10.2007–18.02.2008
Absenderstempel 103
Absenderstempel 103, 51,5 × 20 mm
Absenderstempel Chemnitz-Nord/Ost
103, 38 × 24,5 mm, 09.12.2003–14.05.2004
Absenderstempel Bahnhofstraße
Chemnitz Express, Bahnhofstraße 20, 40 × 35,5 mm, 12.09.2008 – nur Zeitungszustellung

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108 Chemnitz-West

Stempel 108 rot
108, Infopost rot, 21.05.2003–15.06.2006
Stempel 108 schwarz
108, 31 mm schwarz, 17.01.2005–13.10.2006
Stempel 06 Fehldatum
Fehldatum 05.05.2011 statt 2001
Absenderstempel 108
Absenderstempel 108, 56 × 19 mm, 17.01.2005–18.10.2007

111 Burgstädt und 181 Mittweida

Stempel 111
111, 31 mm, 2002–2004 und 2008
Stempel 111 rot
111, Infopost rot, 01.11.2002–08.09.2003
Stempel 111 kleines Datum
111, kleines Datum, kurze Inschrift, 2005–2007
Stempel 111 rot kleines Datum
111, Infopost, kleines Datum, 2006
Stempel 111 enge Inschrift
111, enge Inschrift, 18.02.2004–11.04.2008
Stempel 111 enge Inschrift rot
111, Infopost, enge Inschrift, 2004–2008
Stempel 181 alt
181, 30 mm, 09.08.2002–26.05.2003
Stempel 181 rot
181, Infopost 30 mm rot, 15.04.2003
Stempel 181 neu
181, 31 mm, 17.09.2002–12.12.2007
Stempel 181 neu rot
181, Infopost 31 mm rot, 2002–2007
Stempel 181 kleines Datum
181, kleines Datum, 2006–2007
Stempel 181 Infopost kleines Datum
181, Infopost, kleines Datum, 2006–2007
Absenderstempel Burgstädt
Absenderstempel Marienstraße, 46,5 × 17 mm, 26.03.2003
Absenderstempel Burgstädt Schillerstraße
Absenderstempel Schillerstraße, 46,5 × 17,5 mm, 2003–2007
Einschreibstempel Burgstädt
Zusatzstempel zum Kennzeichnen von Einschreibsendungen, 68,5 × 24 mm, 04.09.2003

121 Annaberg-Buchholz

Stempel 121
121, 34 mm, 12.07.2002–20.08.2003
Stempel 121 kleiner
121, 31 mm, 23.10.2002–05.03.2008
Stempel 121 rot
121, Infopost rot, 14.09.2002–27.04.2007
Absenderstempel Annaberg
Absenderstempel, 53,5 × 21 mm, 07.11.2003–06.01.2004

131 Aue

Stempel 131
131, 31 mm, 11.09.2002–05.03.2008
Stempel 131 kleines Datum
131, kleines Datum, 03.11.2005–29.03.2006
Stempel 131 rot
131, Infopost rot, 17.09.2002–08.02.2008
Absenderstempel Aue
Absenderstempel Aue, 57 × 21 mm, 05.03.2002
Eingegangen-Stempel Aue
„Eingegangen“-Stempel, 57,5 × 36,5 mm, 06.03.2002

151 Flöha und Brand-Erbisdorf, 161 Freiberg

Stempel 151
151, 31 mm, 12.09.2002–04.10.2007
Stempel 151 rot
151, Infopost rot, 01.03.2003–08.12.2006
Stempel 161
161, 31 mm, 27.09.2002–22.01.2007
Stempel 161 rot
161, Infopost rot, 15.10.2002–29.02.2008
Stempel 161 kleines Datum
161, kleines Datum, 05.11.2003–06.01.2006
Stempel 161 Fehldatum
Fehldatum 29.09.2014 statt 2003
Absenderstempel Freiberg
Absenderstempel, 35,5 × 13 mm, 08.10.2001

171 Glauchau, 191 Hohenstein-Ernstthal

Stempel 171
171, 31 mm, 26.09.2002–09.01.2007
Stempel 171 Fehldatum
Fehldatum 13.02.2014 statt 2003
Stempel 171 kleines Datum
171, kleines Datum, 20.06.2006
Stempel 171 rot
171, Infopost rot, 05.11.2002–14.10.2005
Stempel 171 rot altes Datum
171, Infopost rot, altes Datum, 2003
Stempel 191
191, 31 mm, 11.09.2002–18.10.2005
Stempel 191 Fehldatum
Fehldatum 25.–28.11.2013 statt 2003
Stempel 191 rot
191, Infopost rot, 18.09.2002–16.12.2005
Stempel 191 kleines Datum
191, kleines Datum, 12.08.–21.12.2005
Stempel 191 enge Schrift
191, enge Schrift, 21.07.2004–06.06.2005
Stempel 191 enge Schrift breiter Ring
191, enge Schrift, 29,5 mm, breiter Außenring, 2005–2006
Stempel 191 enge Schrift rot
191, Infopost, enge Schrift, 2005–2007
Zusatzstempel nicht nachsenden
Zusatzstempel auf Kundenwunsch, Glauchau, 08.02.2003–22.06.2005
Absenderstempel Glauchau
Absenderstempel Glauchau, 50,5 × 20 mm, 2003

200 Marienberg

Marienberg ist der Sonderfall des Gebiets: Hier wechselten Durchmesser und Schriftbild häufiger als anderswo, von 31 über 32 und 33 bis 35,5 mm, mit gerader und gewölbter Ziffernfolge, einmal sogar mit Sternchen.

Stempel 200 neues Datum
200, neues Datum, 31 mm, 25.10.–05.11.2002
Stempel 200 altes Datum
200, altes Datum, 01.03.2003–29.04.2004
Stempel 200 Fehldatum
Fehldatum 19.12.2001 statt 2003
Separater Datumsstempel Marienberg
Der zugehörige separate Datumsabschlag
Stempel 200 enge Schrift
200, engere Schrift, schmaler Außenrand, 2003–2006
Stempel 200 rot
200, Infopost rot, altes Datum, 30.05.2003
Stempel 200 32 mm
200, 32 mm schwarz, gerade Ziffern, 2006–2007
Stempel 200 32 mm rot
200, Infopost 32 mm rot, 19.09.2007
Stempel 200 34,5 mm
200, 34,5 mm, altes Datum, 2003–2007
Stempel 200 34 mm
200, 34 mm schwarz, gewölbte Ziffern, 2006–2007
Stempel 200 34 mm rot
200, Infopost 34 mm rot, 08.11.–05.12.2007
Stempel 200 35,5 mm rot
200, Infopost 35,5 mm rot, 2005
Stempel 200 mit Sternchen
200, 35 mm schwarz, mit Sternchen, 08.08.–18.12.2007

221 Schwarzenberg, 232 Stollberg, 240 Zschopau

Stempel 221
221, 31 mm, 28.08.2002–15.09.2006
Stempel 221 rot
221, Infopost rot, 22.11.2002–25.03.2004
Stempel 221 kleines Datum
221, kleines Datum, 17.10.2006
Stempel 232
232, 31 mm, 18.10.2002–06.03.2008
Stempel 232 Fehldatum
Fehldatum 16.–20.09.2014 statt 2004
Stempel 232 rot
232, Infopost rot, 19.03.2002–05.07.2006
Stempel 232 kleines Datum
232, kleines Datum, 28.11.2005
Stempel 240
240, 31 mm, 24.09.2002–27.06.2006
Stempel 240 rot
240, Infopost rot, 07.12.2002–04.05.2006
Absenderstempel Stollberg
Absenderstempel Stollberg, 43,5 × 21 mm
Absenderstempel Stollberg Oberlungwitz
Stollberg, Goldbachstraße, 41 × 17 mm, 19.02.2008
Zusatzstempel Preisinformation
Zusatzstempel „Wichtige Preisinformationen“, 57 × 9 mm, 09.09.2003

401 und 404 Zwickau

Stempel 401
401, 31 mm, 21.09.2002–06.03.2008
Stempel 401 rot
401, Infopost rot, 06.11.2002–04.12.2007
Stempel 401 Fehldatum
Fehldatum 14.03.2006 statt 14.09.2005
Stempel 401 kleines Datum
401, kleines Datum, 20.12.2005–25.01.2006
Stempel 401 Strich statt Punkt
401 mit Strich statt Punkt unten links, 2006
Stempel 401 Fehldatum 2012
Fehldatum 27.09.2012 statt 2002
Stempel 401 Fehldatum 2014
Fehldaten im Herbst 2014 statt 2003
Stempel 404
404, 31 mm, 18.01.2006–22.10.2007
Stempel 404 Fehldatum
Fehldatum 21.12.2012 statt 2002
Stempel 404 rot
404, Infopost rot, 25.09.–06.11.2007
Absenderstempel Zwickau Heinrich-Heine-Straße
Absenderstempel, 46 × 25,5 mm, 20.06.2003
Absenderstempel Schlachthofstraße
Schlachthofstraße, 55,5 × 24,5 mm, 2004
Absenderstempel Trabantstraße
Trabantstraße, 57 × 24,5 mm, 14.09.2006
Zusatzstempel Achtung Neu
Zusatzstempel „Achtung! Neu!“, 36,5 × 11,5 mm, 2003–2004
Postwurfsendung Zwickau-West
Postwurfsendung der Niederlassung Zwickau-West im Format DIN A6, 1. November 2003 – Werbung in eigener Sache, zugestellt im eigenen Netz.

431 Oelsnitz, 450 Plauen, 461 Reichenbach, 471 Werdau

Stempel 431
431, 31 mm, 21.01.–02.10.2003
Stempel 431 rot
431, Infopost rot, kleines Datum, 22.06.2007
Stempel 450
450, 31 mm, 30.01.2003–08.03.2007
Stempel 450 rot
450, Infopost rot, 21.07.2003–12.06.2006
Stempel 450 kleines Datum
450, kleines Datum, 02.08.2005–15.11.2006
Stempel 450 rot kleines Datum
450, Infopost, kleines Datum, 2005–2008
Stempel 461
461, 31 mm, 09.10.2002–07.02.2008
Stempel 461 rot
461, Infopost rot, 17.12.2002–21.10.2005
Stempel 461 kleines Datum
461, kleines Datum, 01.11.2005–10.01.2008
Stempel 461 rot kleines Datum
461, Infopost, kleines Datum, 25.10.2007
Stempel 471
471, 31 mm, 22.08.2002–21.12.2007
Stempel 471 Fehldatum
Fehldatum 26.06.2014 statt 2003
Stempel 471 rot
471, Infopost rot, 24.02.2006–30.10.2007
Stempel 471 kleines Datum
471, kleines Datum, 31.03.2006–06.11.2007
Stempel 471 rot kleines Datum
471, Infopost, kleines Datum, 14.10.2005
Absenderstempel Plauen
Absenderstempel Plauen, 57 × 20 mm, 20.05.2005
Absenderstempel Werdau
Werdau-Crimmitschau, 50,5 × 21 mm, 22.08.2003
Absenderstempel Werdau Plauensche Straße
Werdau, Plauensche Straße, 58 × 22 mm, ab 11/2003

Werbestempel: die Region im Stempelkopf

Am reizvollsten sind die Werbestempel. Wenn ein Großkunde genug Sendungen einlieferte, bekam er einen eigenen Stempel mit Beizeichen – gut 63 bis 71 mm breit, links der Rundstempel, rechts das Kundenlogo. So entstand eine kleine Landeskunde Westsachsens auf Briefumschlägen.

Werbestempel TU Chemnitz
Technische Universität Chemnitz, 67,5 × 31 mm, 16.02.–10.06.2004
Zusatzstempel TU Chemnitz
Zusatzstempel TU Chemnitz, 42 × 22 mm, in Kombination mit 100 rot
Werbestempel Klinikum Chemnitz
Klinikum Chemnitz gGmbH, 68,5 × 31 mm, 08.10.2007
Werbestempel Kreissparkasse Freiberg
Kreissparkasse Freiberg, 69 × 31,5 mm, 02.02.2004–24.02.2005
Werbestempel SWG-Service
SWG-Service Freiberg, 71,5 × 31,5 mm, 21.01.2005–07.02.2008
Werbestempel Volksbank Mittleres Erzgebirge
Volksbank Mittleres Erzgebirge, Marienberg, 70 × 35,5 mm, 06.06.2007
Werbestempel Sparkasse Mittleres Erzgebirge
Sparkasse Mittleres Erzgebirge, 71 × 35,5 mm, 12.07.2005
Werbestempel Amtsgericht Auerbach
Amtsgericht Auerbach, 63 × 33 mm, 16.12.2003–03.03.2004
Werbestempel Amtsgericht Auerbach mit Rufnummer
Amtsgericht Auerbach mit Rufnummer der VDL, 67,5 × 33 mm, 2004–2006
Werbestempel Tag der Sachsen
Tag der Sachsen, Reichenbach 2007, 63 × 33 mm, 01.03.–03.09.2007
Werbestempel Umweltfachamt Plauen
Staatliches Umweltfachamt Plauen, 65 × 31 mm, Oktober/November 2003
Werbestempel Regierungspräsidium Chemnitz
Regierungspräsidium Chemnitz, Außenstelle Plauen, 64,5 × 31 mm, Januar 2005
Werbestempel Finanzamt Plauen
Finanzamt Plauen ohne waagerechte Stege, 69 × 31 mm, 2004–2005
Werbestempel Finanzamt Plauen zweite Form
Finanzamt Plauen, zweite Form, 69 × 31 mm, 2005–2006
Werbestempel Amtsgericht Plauen
Amtsgericht Plauen, 68 × 31 mm, 04.12.2006–06.02.2008

Frankiermaschinen

Freiberg ist die einzige Niederlassung, aus der Freistempel bekannt sind. Die Abdrucke von rund 130 mm Breite zeigen den Wandel der Marken besonders deutlich: erst VDL Express, dann City-Post, zuletzt die P2-Kennung.

Freistempel VDL Eigenwerbung
Frankiermaschine mit Eigenwerbung, 131,5 × 24,5 mm, blau bis violett, 05.01.2005–05.05.2008
Freistempel rot
Freistempel in Rot, vermutlich Infopost, 131,5 × 24,5 mm, 29.03.2005
Freistempel violett Infopost
Infopost-Freistempel in Violett, 129,5 × 24,5 mm, 18.01.2006
Freistempel Kreissparkasse Freiberg
Freistempel mit Werbeklischee der Kreissparkasse Freiberg, 130 × 24,5 mm, 2004–2006
Freistempel City-Post
Erste City-Post-Maschine, Zweikreisstempel, 128,5 × 24 mm, 13.05.–30.10.2008
Freistempel City-Post Infopost
City-Post, Infopost, 128,5 × 24,5 mm, 17.11.2008
Freistempel City-Post Kreissparkasse
City-Post mit Klischee der Kreissparkasse Freiberg, 130 × 24 mm, September 2008
Freistempel P2
Einkreisstempel „City-Post – P2 – 008“, 128,5 × 24 mm, 20.02.2009–04.02.2010
Freistempel P2 Infopost
P2-Freistempel für Infopost, 12.08.2009
Freistempel kopfstehend
Der Fehldruck des Gebiets: Werbeklischee kopfstehend, 124,5 × 25,5 mm, 16.–17.02.2009

Einschreiben, Zusatzstempel und Aufkleber

Ein Briefdienst braucht mehr als einen Tagesstempel. Einschreibsendungen erhielten eigene Stempel und Labels mit den Kennbuchstaben A, B und C, unzustellbare Sendungen bekamen vorgedruckte Aufkleber, und wenn eine mangelhafte Anschrift die Zustellung verzögert hatte, sagte das ein eigener Stempel.

Einschreibstempel A Freiberg
Einschreiben-Stempel „A“, 57,5 × 25,5 mm, Freiberg, 04.07.2007
Einschreibstempel Burgstädt
Einschreiben-Stempel, 56,5 × 29 mm, Burgstädt, 30.01.2008
Einschreibstempel City-Post Briefdienst
„City-Post Briefdienst“, 58 × 30 mm, Mittweida, 2008–2009
Einschreibstempel City-Post Ihr Postdienstleister
„City-Post Ihr Postdienstleister“, 57 × 24 mm, Freiberg, 21.05.2008
Einschreibstempel Döbeln
57 × 23 mm, Döbeln und Oschatz, 27.01.2010
Einschreibstempel B Delitzsch
Einschreiben-Stempel „B“, 60 × 24,5 mm, Delitzsch, 15.03.2007
Einschreiben-Label Chemnitz
Einschreiben-Label „A“, 63,5 × 29,5 mm, Chemnitz, 2003–2005
Einschreiben-Label Marienberg
Einschreiben-Label „A“, Marienberg, 15.09.2003
Einschreiben-Label Oelsnitz
Einschreiben-Label „A“, Oelsnitz/Klingenthal, 07.10.2003
Einschreiben-Label C
Einschreiben-Label „C“ der City-Post, Chemnitz, 2008–2009
Zusatzstempel Zu Prüfzwecken geöffnet
„Zu Prüfzwecken geöffnet“, 69 × 10 mm, Chemnitz-Nord/Ost, 24.04.2003
Aufkleber Laufzeitverzögerung Stollberg
Aufkleber zu Laufzeitverzögerungen, 69,5 × 42 mm, Stollberg, 2002–2003
Label Zustellung nicht möglich rosa
„Zustellung nicht möglich, weil …“, 60,5 × 75 mm, Chemnitz, 2000–2001
Label Zustellung nicht möglich lila
Dieselbe Form in Lila, mit zusätzlichem Gummistempel „UDB-geprüft“, 17.12.2001
Unzustellbar-Label 2002
Unzustellbar-Label, 55 × 75 mm, Druckdatum 07.2002
Unzustellbar-Label Oktober 2002
Druckdatum 10.2002, verwendet April 2003
Unzustellbar-Label 2003
Druckdatum 08.2003, die Silbe „un“ mit Korrekturband abgedeckt

Zudrucke für Behörden

Arbeitsämter, ARGEn, Staatsanwaltschaft: Wer regelmäßig große Mengen einlieferte, ließ den Beförderungsvermerk gleich auf den Umschlag drucken. Diese Zudrucke auf DIN-C6-lang-Umschlägen sind zugleich ein Stück Verwaltungsgeschichte – man kann an ihnen die Umbenennung vom Arbeitsamt zur Bundesagentur für Arbeit und die Einführung der ARGEn ablesen.

Zudruck Arbeitsamt Zwickau
Zwickauer Arbeitsamt, 156 × 21,5 mm, 05.06.2003–09.01.2004
Zudruck Bundesagentur für Arbeit Zwickau
Bundesagentur für Arbeit Zwickau, 157 × 21,5 mm, 2003–2004
Zudruck Bundesagentur für Arbeit Stollberg
Bundesagentur für Arbeit Stollberg, 157 × 21,5 mm, 07.04.2004
Zudruck ARGE Zwickauer Land
ARGE Zwickauer Land, 159 × 21,5 mm, ab 28.09.2005
Zudruck ARGE Zwickau Stadt
ARGE Zwickau Stadt, 156 × 21,5 mm, ab 21.09.2005
Zudruck Staatsanwaltschaft Zwickau
Staatsanwaltschaft Zwickau, 119,5 × 23 mm, ab 10.10.2005
Zudruck Bundesagentur neutral
Neutrale Fassung für die Bundesagentur für Arbeit, 130,5 × 23 mm, 2005–2007
Zudruck Staatsanwaltschaft älter
Ältere Fassung für die Staatsanwaltschaft Zwickau, 156 × 21,5 mm, 2004–2005
Zudruck Bundesagentur City-Post
Dieselbe Behörde, neue Marke: City-Post-Fassung, 135 × 14 mm, 2008–2009
Zudruck ARGE Chemnitzer Land
ARGE Chemnitzer Land, City-Post, 135,5 × 14 mm, März 2009

2007 und 2008: Umbenennung, Marktöffnung, Mindestlohn

Ab 2006/07 erschienen in Ostsachsen Stempel einer neuen Marke: „City-Post Briefdienst“, zunächst in Dresden, Meißen, Görlitz, Bautzen, Pirna, Kamenz, Hoyerswerda, Löbau, Dippoldiswalde sowie in Leipzig, Delitzsch, Döbeln, Grimma, Borna und Torgau. Im Frühjahr 2008 folgte der Westen: Aus den VDL-Stempeln wurden Zweikreisstempel mit der Umschrift „City-Post • Ihr Postdienstleister“. Der Wechsel lässt sich beinahe tagesgenau datieren – die ersten City-Post-Abschläge in Chemnitz, Aue, Freiberg und Mittweida stammen aus dem März 2008, die letzten VDL-Stempel aus dem Februar und März desselben Jahres.

Der Hintergrund war ein doppelter. Zum 1. Januar 2008 fiel das Briefmonopol vollständig; die Pflicht zur höherwertigen Dienstleistung entfiel, und der klassische Briefdienst mit eigenen Briefkästen und Annahmestellen wurde erst dadurch möglich. Gleichzeitig trat zum selben Tag ein für allgemeinverbindlich erklärter Post-Mindestlohn von 9,80 Euro in Kraft. Für die jungen Wettbewerber war das ein schwerer Schlag: Die PIN Group meldete schon im Dezember 2007 Insolvenz an, binnen weniger Monate kam es bundesweit zu Dutzenden Marktaustritten, Insolvenzen und Lizenzrückgaben, und mehrere tausend Arbeitsplätze gingen verloren. Das Berliner Verwaltungsgericht erklärte die Mindestlohnverordnung am 7. März 2008 für rechtswidrig; das Bundesverwaltungsgericht bestätigte das am 28. Januar 2010 letztinstanzlich. Für viele Unternehmen kam das Urteil zu spät.

City-Post Stempel 100
Chemnitz 100, Zweikreis, 31 mm, 10.03.2008–09.07.2009
City-Post Einkreis 29 mm
Chemnitz, Einkreis 29 mm, 11.–16.07.2008
City-Post Einkreis 31 mm
Chemnitz, Einkreis 31 mm, 22.07.–29.09.2008
City-Post 102
Chemnitz 102, 29.02.–30.10.2008
City-Post 102 Infopost
102, Infopost, 05.03.–30.10.2008
City-Post 131
Aue 131, 03.04.–27.10.2008
City-Post 131 Infopost
Aue 131, Infopost, 01.04.–09.09.2008
City-Post 121
Annaberg 121, 14.03.–15.05.2008
City-Post 121 Notstempel
Annaberg 121, Einkreis-Notstempel, Juli–Oktober 2008
City-Post 161
Freiberg 161, 11.03.–27.10.2008
City-Post 161 Infopost
Freiberg 161, Infopost, Mai–September 2008
City-Post 111 Mittweida
Mittweida 111, 10.03.–29.10.2008
City-Post 111 Infopost
Mittweida 111, Infopost, März–Oktober 2008
City-Post 232
Hohenstein-Ernstthal 232, 10.03.–29.10.2008
City-Post 232 Infopost
232, Infopost, 14.03.–20.10.2008
City-Post 171 Werdau
Werdau 171, 02.04.–30.10.2008
City-Post 171 Infopost
Werdau 171, Infopost, 2008–2009
City-Post 401
Zwickau 401, 10.03.–30.09.2008
City-Post 401 Infopost
Zwickau 401, Infopost, 2008–2009
City-Post 450
Plauen 450, 31.03.–27.10.2008
City-Post 450 ohne Punkte
Plauen 450 ohne Punkte, 25.04.–30.10.2008
City-Post 450 Infopost
Plauen 450, Infopost, Mai–Oktober 2008
City-Post 461
Auerbach 461, 03.03.–30.10.2008
City-Post 461 Infopost
Auerbach 461, Infopost, September/Oktober 2008

Ab November 2008: die Kennung „P2 – 008“

Wer in dieser Lage überleben wollte, brauchte ein bundesweites Netz. Elf Verlage und Zustellunternehmen hatten dafür 2007 den Verbund P2 – Die Zweite Post gegründet, dessen operativer Betrieb im Frühjahr 2008 startete. Ab November 2008 tragen die sächsischen Stempel deshalb eine neue Inschrift: Aus dem Zweikreisstempel „City-Post • Ihr Postdienstleister“ wird der 29-mm-Einkreisstempel „City-Post – P2 – 008“.

P2-Stempel Chemnitz
Chemnitz, 29 mm, 23.10.2008–23.02.2010
P2-Stempel Chemnitz Infopost
Chemnitz, Infopost, 07.09.2009
P2-Stempel 102
102, Normstempel mit langem „y“, 2008–2010
P2-Stempel kurzes y
102, Sonderform mit kurzem „y“, ab 10.06.2010
P2-Stempel Mittweida
Mittweida 111, langes „y“, 2008–2009
P2-Stempel Mittweida kurzes y
Mittweida 111, kurzes „y“, 2008–2010
P2-Stempel Annaberg
Annaberg 121, 03.11.2008–04.03.2010
P2-Stempel Annaberg Infopost
Annaberg 121, Infopost, 2008–2009
P2-Stempel Aue
Aue 131, 03.11.2008–05.03.2010
P2-Stempel Aue Infopost
Aue 131, Infopost, 2008–2009
P2-Stempel Freiberg
Freiberg 161, 04.11.2008–08.03.2010
P2-Stempel Freiberg Infopost
Freiberg 161, Infopost, 2009
P2-Stempel Werdau
Werdau 171, 04.11.2008–01.02.2010
P2-Stempel ohne 8
Werdau 171: In der Kennung fehlt die „8“, August–Oktober 2009
P2-Stempel 232
Hohenstein-Ernstthal 232, 2008–2010
P2-Stempel 232 Fehldatum 2016
232, Infopost mit Datum 05.11.2016 – der späteste bekannte Fehldatums-Abschlag
P2-Stempel Zwickau
Zwickau 401, 03.11.2008–02.03.2010
P2-Stempel Plauen
Plauen 450, 03.11.2008–05.03.2010
P2-Stempel Auerbach
Auerbach 461, 15.12.2008–04.03.2010
P2-Stempel Auerbach Infopost
Auerbach 461, Infopost, 2009

Auch die Werbestempel wurden auf die neue Kennung umgestellt – und kamen jetzt teils für Anlässe zum Einsatz, die es 2002 noch gar nicht gab.

Werbestempel Sparkasse Mittleres Erzgebirge P2
Sparkasse Mittleres Erzgebirge, 67,5 × 31,5 mm, 06.04.2009–22.06.2010
Werbestempel Sparkasse MEK Infopost
Dieselbe Werbung in Rot für Infopost, 22.09.2010
Werbestempel Volksbank Olbernhau
Volksbank Mittleres Erzgebirge eG, 67 × 30 mm, 10.09.2008
Werbestempel Kreissparkasse Freiberg P2
Kreissparkasse Freiberg, 69 × 31 mm, Juni–September 2009
Werbestempel Sparkasse Mittelsachsen
Sparkasse Mittelsachsen, 69,5 × 30,5 mm, Mai 2010
Werbestempel Schneller ist besser
„Schneller ist besser“ – Logistik GmbH Freiberg, 66 × 27 mm, Mai–September 2010
Zusatzstempel siblog
Der zugehörige Zusatzstempel, 33 × 11,5 mm, 23.10.2009
Werbestempel Landesgartenschau
5. Sächsische Landesgartenschau Reichenbach 2009, 65,5 × 30 mm
Werbestempel Landesgartenschau Zweikreis
Dieselbe Werbung als Zweikreisstempel, 68,5 × 32,5 mm, August–Oktober 2008
Werbestempel Landeserntedankfest
13. Sächsisches Landeserntedankfest Auerbach 2010, 71 × 30 mm
Werbestempel Amtsgericht Auerbach City-Post
Amtsgericht Auerbach unter City-Post, 68,5 × 32,5 mm, Oktober 2008
Werbestempel Amts- und Landgericht Zwickau
Amts- und Landgericht Zwickau, 69 × 29 mm, 30.10.2009–09.08.2010
Werbestempel Sächsische Krebsgesellschaft
Sächsische Krebsgesellschaft e. V. Zwickau, 68 × 29 mm, 16.09.2010
Werbestempel Finanzamt Plauen P2
Finanzamt Plauen unter der P2-Kennung, 67,5 × 31,5 mm, 19.05.2010

Wenn der Stempel gedruckt wird

Eine Besonderheit dieser Jahre sind die eingedruckten Stempel: Bei angemeldeten Mailings wurde der Tagesstempel nicht mehr abgeschlagen, sondern gleich im Offsetdruck oder digital auf den Umschlag beziehungsweise auf ein Etikett gebracht, kenntlich an einer Mailing-Nummer wie „ANR 00 15“ oder „ANR 02 22“. Für die Postgeschichte ist das der Übergang vom Handstempel zur Datenverarbeitung – sichtbar gemacht auf Papier.

Eingedruckter Stempel ANR 00 15
24,5 mm, Mailing „ANR 00 15“, Offsetdruck, 23.01.2009
Eingedruckter Stempel ANR 00 83
25,5 mm, „ANR 00 83“, 16.11.2009
Eingedruckter Stempel ANR 00 98
29 mm, „ANR 00 98“, Winter 2009/2010
Eingedruckter Stempel ANR 02 22
28,5 mm, „ANR 02 22“, digital eingedruckt, 2010
Etikett ANR 02 22
Das vollständige Etikett zum Mailing „ANR 02 22“
Ganzstück mit eingedrucktem Stempel
Das Ganzstück dazu: Infopost mit im Offset eingedrucktem Stempel, Mailing „ANR 00 15“, 23.01.2009
Ganzstück ANR 00 83
Mailing „ANR 00 83“, 16.11.2009
Ganzstück ANR 00 98
Mailing „ANR 00 98“, zwischen September 2009 und Februar 2010
Ganzstück Chemnitz 102
Infopost mit eingedrucktem Zweikreisstempel, Chemnitz 102, 17.10.2008

Ostsachsen und der Leipziger Raum

Der City-Post-Verbund reichte weit über Westsachsen hinaus. Zwischen Görlitz und Torgau stempelten ein gutes Dutzend rechtlich eigenständiger Gesellschaften mit demselben Stempelbild und unterschiedlichen Kennziffern.

City-Post 201 Dresden
201 Dresden, City-Post Briefdienst, 2007–2008
City-Post 201 Postdienstleister
201 Dresden, neue Umschrift, April–September 2008
City-Post 250 Meißen
250 Meißen, 25.07.2007
City-Post 255 Großenhain
255 Großenhain und Riesa, 02.10.2007
City-Post 260 Kamenz
260 Kamenz und Bischofswerda, 04.07.2007
City-Post 265 Pirna
265 Pirna und Sebnitz, 2006–2007
City-Post 270 Dippoldiswalde
270 Dippoldiswalde und Freital, 03.08.2007
City-Post 275 Hoyerswerda
275 Hoyerswerda und Weißwasser, 2007–2008
City-Post 280 Görlitz
280 Görlitz und Niesky, 2007–2008
City-Post 285 Löbau
285 Löbau und Zittau, 2006–2007
City-Post 290 Bautzen
290 Bautzen, 2006–2007
City-Post 300 Leipzig
300 Leipzig, 2006–2008
City-Post 300 P2
300 Leipzig mit P2-Kennung, 2008–2010
City-Post 330 Delitzsch
330 Delitzsch und Eilenburg, 2006–2007
City-Post 340 Torgau
340 Torgau, Mai–August 2008
City-Post 350 Döbeln
350 Döbeln und Oschatz, 2007–2008
City-Post 360 Grimma
360 Grimma und Wurzen, 2006–2008
City-Post 370 Borna
370 Borna und Geithain, 2006–2007
City-Post 370 P2 30 mm
370 Borna, abweichende Größe 30 mm, 14.07.2009
Werbestempel Dresdner Volksbank
Dresdner Volksbank Raiffeisenbank eG, 69 × 31 mm, 2007
Werbestempel HDI Leipzig
HDI Leipzig, 60 × 30,5 mm, 18.06.2006
Werbestempel Amtsgericht Döbeln
Amtsgericht Döbeln, 68,5 × 30,5 mm, Dezember 2007
Werbestempel Landratsamt Muldentalkreis
Landratsamt Muldentalkreis, 68 × 31 mm, 18.09.2007
Werbestempel Landkreis Leipzig
„Befördert im Auftrag von: Landkreis Leipzig“, 71 × 31,5 mm, 2008–2010
Werbestempel Borna muss Kreissitz bleiben
„Borna muss Kreissitz bleiben!“ – Kommunalpolitik im Stempel, 67,5 × 31 mm, Frühjahr 2007
Werbestempel Bundesagentur für Arbeit Pirna
Bundesagentur für Arbeit, Pirna, 69 × 31 mm, 07.05.2007
Zusatzstempel S02 D
Zusatzstempel „S02 (D)“, Döbeln, 20.06.2007

2010: die Aufteilung

Der Verbund blieb nicht stabil. Zum 1. Februar 2010 übernahm die neu gegründete City-Post Service GmbH & Co. KG in Chemnitz mit der Kennziffer 490 den Geschäftsbereich Briefdienst. Wenige Monate später gingen die nordwestsächsischen Gesellschaften an die Verlagsgesellschaft Madsack: Ab Ende August 2010 erscheinen in Leipzig, Delitzsch, Döbeln, Grimma und Borna Einkreisstempel mit der Inschrift „LVZ post – P2 – 033“ – dieselbe Netzlogik, ein anderer Eigentümer.

City-Post Service 490
City-Post Service 490, Chemnitz, 01.–09.03.2010
City-Post Service 490 Infopost
490, Infopost, 01.–02.03.2010
LVZ post Leipzig
Leipzig 300, 28 mm schwarz, ab 07.09.2010
LVZ post Leipzig blau
Leipzig 300 in Blau, September/Oktober 2010
LVZ post Leipzig Infopost
Leipzig 300, Infopost rot, ab 03.09.2010
LVZ post Delitzsch
Delitzsch 330, 28 mm schwarz, August–Oktober 2010
LVZ post Delitzsch blau
Delitzsch 330 in Blau, September 2010
LVZ post Döbeln
Döbeln 350, September–November 2010
LVZ post Döbeln blau
Döbeln 350 in Blau, August/September 2010
LVZ post Grimma
Grimma 360, September 2010
LVZ post Borna
Borna 370, September/Oktober 2010
LVZ post Borna 29 mm
Borna 370, größere Form mit 29 mm, ab 15.09.2010
LVZ post eingedruckter Stempel
Eingedruckter Stempel für das Mailing „LVZ 06“, 30 mm
Absenderstempel City-Post Service
Absenderstempel der City-Post Service, 69 × 29 mm, Februar 2010

Der Ausflug nach Oberfranken

Kaum bekannt ist, dass die VDL auch jenseits der Landesgrenze zustellte: Die Vertriebsdienstleistungen Hof Express GmbH mit Sitz in Oelsnitz betrieb Betriebsteile in Hof, Wunsiedel, Kulmbach und Bayreuth. Die Stempel tragen die Kennziffern 490 bis 496 und zeigen erst „Vertriebsdienstleistungen Express“, später „VDL-Briefdienst“.

Stempel 490 Hof
490 Hof, 31 mm, 02.02.2006
Stempel 490 VDL-Briefdienst
490 Hof, VDL-Briefdienst, 2006–2007
Stempel 490 Infopost
490 Hof, Infopost, 26.10.2007
Stempel 493 Wunsiedel
493 Wunsiedel, 26.10.2007
Stempel 495 Kulmbach
495 Kulmbach, 26.10.2007
Stempel 496 Bayreuth
496 Bayreuth, 26.10.2007
Stempel 493 Infopost
493 Wunsiedel, Infopost
Stempel 496 Infopost
496 Bayreuth, Infopost

2023 und 2024: aus City-Post wird PostModern

Im Westen blieb der City-Post-Verbund zunächst eigenständig und wuchs zu einem Unternehmen mit rund 1.500 Beschäftigten heran. Am 1. Juli 2023 übernahm dann die Dresdner MEDIA Logistik GmbH – Betreiberin von PostModern und Tochter der DDV Mediengruppe – 90 Prozent der Anteile. Damit gehörten der Briefdienst der Sächsischen Zeitung und jener der Freien Presse erstmals zusammen. Am 7. Mai 2024 folgte das sichtbare Ende einer Epoche: Aus City-Post wurde PostModern. Über 560 ehemalige City-Post-Annahmestellen wurden zu PostModern-Servicepunkten, rund 600 rote „Känguru-Briefkästen“ kamen in den Postleitzahlgebieten 08 und 09 hinzu.

Nach 24 Jahren verschwanden damit die dreistelligen Kennziffern aus dem sächsischen Stempelbild. Was im Januar 2000 als Nummer 100 in Chemnitz begann, endete 2024 als Filialnetz eines Dresdner Unternehmens.

Hinweise für Sammler

Falsche Jahreszahlen. Die Datumseinsätze wurden von Hand gestellt, und offenbar nicht immer sorgfältig. Belegt sind unter anderem Abschläge vom 8. August 2012 statt 2002, vom 27. September 2012 statt 2002, vom 9. April 2014 statt 2003, vom 16. September 2014 statt 2004 und – umgekehrt – vom 8. April 1999 statt 2000. Solche Stücke sind keine Fälschungen, sondern Zeugnisse des Betriebsalltags; ein Stempel, der lange nach dem Ende des Unternehmens datiert, verrät nur, dass jemand am Montagmorgen die falsche Jahresscheibe eingesetzt hat.

Typenunterschiede. Innerhalb derselben Kennziffer existieren oft mehrere Stempel: kleines und großes Datum, enge und weite Schrift, Punkt oder Strich am unteren Rand, breiter oder schmaler Außenring, langes und kurzes „y“. Wer nur nach Ortsnummern sammelt, übersieht die Hälfte des Materials.

Farbe als Gebrauchsspur. Schwarz, Blau, Rot und Violett stehen nicht für Schönheit, sondern für Sendungsarten und Farbkissen. Blaue Abschläge treten meist nur in kurzen Zeiträumen auf – oft dann, wenn das schwarze Kissen leer war.

Ganzstücke schlagen Ausschnitte. Weil der Absenderstempel die rechtliche Konstruktion der Jahre 1998 bis 2007 dokumentiert, ist ein vollständiger Umschlag mit Tages-, Absender- und gegebenenfalls Zusatzstempel deutlich aussagekräftiger als ein herausgeschnittener Stempelabschlag.

Wie es heute aussieht

Am 19. Juli 2024 löste ein neues Postgesetz jenes von 1997 ab. Die Lizenzpflicht wurde durch ein Anbieterverzeichnis ersetzt, und die Laufzeitvorgaben wurden gelockert: Seit 2025 müssen im Jahresdurchschnitt 95 Prozent der Briefe am dritten und 99 Prozent am vierten Werktag zugestellt sein. Der Wettbewerb selbst blieb überschaubar – die Deutsche Post hält im Briefmarkt weiterhin einen Anteil von rund 89 Prozent, und ernsthafte Konkurrenz gibt es im Wesentlichen bei Geschäftskunden.

Gerade deshalb ist die sächsische Geschichte bemerkenswert. In den Postleitbereichen 08, 09 und 01 hat sich über ein Vierteljahrhundert ein funktionierender zweiter Briefdienst gehalten, getragen von Zeitungsverlagen, deren Zusteller ohnehin jeden Briefkasten der Region kennen. Übrig geblieben ist davon ein Unternehmen statt zwanzig, ein Känguru statt zweiundzwanzig Kennziffern – und ein Sammelgebiet, dessen Belege sich noch heute aus dem Altpapier von Behörden, Sparkassen und Amtsgerichten ziehen lassen, ehe sie endgültig verschwinden.

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